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Kultur | Theater | aus dem kreuzer-Heft 03.10 | 06.03.2010 | 19:57 Uhr
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Poesie in Wort und Bewegung

»FRACKmente«: Eine Leistungsschau an Formulierungs- und Bewegungskunst

Jede Darbietung ist ein kleines Spektakel: »FRACKmente« im Krystallpalast

»Meine Amen un Herren«, wird das Publikum im Krystallpalast Varieté angesprochen. »Ich enke, wir können urchaus auf eines jener Elemente, mit enen wir uns verstänigen, verzichten. Wir sin trotzem – trotz es Fehlens in er Lage, unsere Geanken un Ieen mitzuteilen.« Sprachgewaltig führt Conférencier Marcus Jeroch (Deutschland) durch den Abend. Er gibt Perlen von Ernst Jandl und Friedhelm Kändler zum Besten, jongliert mit den Worten und hantiert gekonnt mit Satzbaukasten.

Durch seinen Vortrag verbinden sich die einzelnen Darbietungen, die je für sich ein kleines Spektakel sind, zu einer berührenden wie anregenden Revue. Während Jeroch von einem Publikum träumt, das wi(e)der steht und sich dann wi(e)der setzt, schwebt eine Traumtänzerin grazil-akrobatisch am Vertikaltuch mitten im Saal und stemmt das Duo Acrofoile (Kanada) eine beeindruckende Hebeakrobatiknummer. Nicht weniger elegant-kraftstrotzend ist der einarmige Handstand von Marie-Ève Dicaire (Kanada) und wie ein Tanz mutet es an, wenn das Duo Tr’espace (Italien/Schweiz) das Diabolospiel in die Horizontale verlagernd und an den Körpern entlang kreisen lässt.

Einen absolut skurrilen Jonglier-Akt legt Get the Shoe (Deutschland) hin: In Kung-Fu-Film-Manier bekämpfen sich die beiden Akteure keulenwerfend bis aufs Äußerste – es kann nur einen geben. Kurzum: »FRACKmente« ist ein Puzzle aus Poesie in Wort und Bewegung, mit Conférencier Jeroch sei noch ein »zweiwortiges Gleichklanggedicht« beigefügt: »Die Vase. Das war se.« Tobias Prüwer

 »FRACKmente«, 3.-7., 10.-14., 17.-21., 24.-28.3., wechselnde Zeiten, Krystallpalast Varieté, www.krystallpalastvariete.de
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