kreuzer - Das Leipzig Magazin

Aus dem Inhalt
TITEL
Schöner Schein – »Admeto« an der Oper Leipzig

RÜCKBLICK
Hinrich Lehmann-Grube im Gespräch

WOLKEN
Ordnung im Netz
Chaos im Haushalt

KNEIPENFEST
Das Honky Tonk ist zurück in Leipzig

Gedrucktes für Kunst und Gebrauch

Vom Heizhaus zum Steinwerk: Thomas Franke hat ein Heizhaus zur Lithografie-Druckerei »Steinwerk« umgebaut

Der pechschwarze Koloss ist beeindruckend: Im Zentrum der Druckerei thront die Schnellpresse, Fabrikat Johannisberg, und hat die Größe eines Kleinwagens. Bis zu 500 Stück pro Minute kann die 109 Jahre alte Megamaschine drucken, drei Menschen sind zu ihrer Bedienung nötig, der Raum, in dem sie steht, wirkt wie um sie herumgebaut. Wie ein Derwisch huscht Thomas Franke um die Presse, als er sie vorführt. ... mehr

Handgemachte Plattform

Das Leipziger Label Analogsoul holt unentdeckte Talente hervor

Die Leipziger Label-Infrastruktur entwickelt sich seit einigen Jahren durchaus positiv, auf etwas unkonventionellem Weg trägt auch Analogsoul zu dieser Entwicklung bei. Das Label begreift sich jedoch eher als Plattform. So inflationär und romantisiert dieser Begriff in der Kulturlandschaft auftaucht, so sehr scheint er im Fall von Analogsoul zu passen. ... mehr

»Ich bin auf meine Weise krass«

Martina Eitner-Acheampong über die Magie des Theaters, ihr kleines Inszenierungs-Dogma und die neue Produktion »Das Fest«.

Martina Eitner-Acheampong, geboren 1960 in Cottbus, war von 1991 bis 2000 Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig, trat seitdem in einer Reihe von Fernsehproduktionen auf (u.a. »Stromberg«) und führte verstärkt Regie. Zuletzt war von ihr »Dornröschen« im Centraltheater zu sehen. ... mehr

Poesie in Wort und Bewegung

»FRACKmente«: Eine Leistungsschau an Formulierungs- und Bewegungskunst

»Meine Amen un Herren«, wird das Publikum im Krystallpalast Varieté angesprochen. »Ich enke, wir können urchaus auf eines jener Elemente, mit enen wir uns verstänigen, verzichten. Wir sin trotzem – trotz es Fehlens in er Lage, unsere Geanken un Ieen mitzuteilen.« Sprachgewaltig führt Conférencier Marcus Jeroch (Deutschland) durch den Abend. Er gibt Perlen von Ernst Jandl und Friedhelm Kändler zum Besten, jongliert mit den Worten und hantiert gekonnt mit Satzbaukasten. ... mehr

Das Bunte in der Grauzone

Neue Orte für Musik im Leipziger Westen

Ein Saxofon lehnt in der Ecke, Leute plaudern, ein weißhaariger Mann bestaunt die neue Four Tet-LP. In wenigen Minuten wird die Band mit ihren Jazz-Kompositionen den Feierabend der Anwesenden versüßen. Draußen warten Einige die Raucherpause ab, um sich noch einen Platz im mittelgroßen Laden in der Könneritzstraße zu sichern. ... mehr

»Hier erfüllt sich für mich das Wunder Kino«

Regisseur Benjamin Heisenberg über seinen neuen Film »Der Räuber«, die Naturgewalt seiner Hauptfigur und das ungewöhnliche Kinoerlebnis durch die »Berliner Schule«

Auf der Berlinale hat er mit seinem Film großes Aufsehen erregt. »Der Räuber« erzählt die Geschichte des Marathonläufers und Bankräubers Johann Kastenberger, der im Wien der 1980er Jahre als »Pumpgun-Ronnie« berühmt wurde. Als Johann Rettenberger hat der Autor Martin Prinz dieses menschliche Phänomen literarisiert. Mit seiner Verfilmung legt Benjamin Heisenberg (»Der Schläfer«) nun einen »Räuber« vor, der einem wahrlich den Atem raubt. ... mehr

Klein und herzerwärmend

Bildergalerie zum Seabearkonzert online

Vor ein paar Jahren haben sie uns davon getragen mit ihren zauberhaften Melodien: Die Band Seabear mit ihrem Album »The ghost that carried us away«. Am Mittwoch stellten die Isländer in der naTo ihr neues Album »We built a Fire« vor – mit einem kleinen, herzerwärmenden Konzert. ... mehr

Das kreuzer-Filmquiz

Am 11. März startet im Victor Jara das nächste Filmriss-Filmquiz – der kreuzer stellt Sie schon jetzt auf die Probe

Jeden zweiten Donnerstag im Monat laden Lars Tunçay und André Thaetz zu ihrem Filmriss-Filmquiz ins Victor Jara (siehe Artikel im aktuellen kreuzer auf Seite 33). Das kreuzer-Filmquiz bringt Sie schon mal in Stimmung. Zu gewinnen sind 2 x 2 Freikarten für das Filmriss-Filmquiz und 3 x 2 Freikarten für den packenden Schauburg-Film »Ajami«. ... mehr

Studentenfilme im Volksmusiksender

Prestigeobjekt und Alibi: Unicato ist das studentische Filmmagazin im MDR Fernsehen

Für einen Fernsehkanal, den man als Volksmusiksender verspottet und dessen Zuschauer durchschnittlich sechzig Jahre auf dem Buckel haben, ist dieses Format eine kleine Sensation. Schon seit über drei Jahren hat das studentische Filmmagazin Unicato seinen festen Platz im MDR. ... mehr

»Geistige Freihandelszone«

Plagwitzer TV-Kanal Westfernsehen ist Plattform für alle, die selbst Fernsehen machen wollen

Leipzig hat wieder Westfernsehen. Diesmal ist es allerdings die Alternative zum alltäglichen Kommerz-TV und nicht zu politisch korrigiertem DDR-Geflimmer vor der Wende. Eine ganze Mannschaft um fünf junge Medienmacher hatte bereits im Dezember im Noch Besser Leben mehr oder minder erfolgreich die erste Sendung ihres neu gegründeten offenen Kanals online ausgestrahlt. ... mehr

Sich fügen heißt lügen!

Eine illustre Gruppe singt und liest Texte von Erich Mühsam

Was Erich Mühsam einst protestierend dichtete, singen nun die Hamburger Gitarrenpopper Frank Spilker (Die Sterne) und Knarf Rellöm. Unter dem Programmnamen „Erich Mühsam – Kein Lampenputzer“ vertonen die beiden Gedichte des bekannten Räterevolutionärs. Harry Rowohlt habe man noch dazugeholt, weil der richtig gut lesen könne, erklärt der Kurator des Abends Thomas Ebermann. So werde Rowohlt die Ich-Texte Mühsams lesen, er selbst werde die Stimme derjenigen sein, die Mühsam begegnen. »Polizeipräsident oder ein Arschloch von der Botschaft, manchmal auch was Nettes.« ... mehr

Das Erbe des Musikers

»New Art is true Art« – Kurt Weills erfolgreichste Broadwayproduktion steht mit ihrem Erfolg dem Kurt Weill Fest in Dessau Pate

Kurt Weill, der am 2. März 1900 in Dessau geborene deutsche und amerikanische Komponist, ist vor allem auch aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht bekannt. 1927 begann er mit dem Dramatiker und Lyriker gemeinsame Sache, woraus 1928 das Singspiel »Die Dreigroschenoper« entstand, eine der wohl bekanntesten Produktionen Weills. ... mehr

Lesben sind nicht immer Hippies

Die Berlinale hat ihre Bären vergeben – großartig ist aber vor allem der Teddy-Gewinner

Im Wettbewerb der Berlinale lief »The Kids Are All Right« leider »außer Konkurrenz«, denn seine Uraufführung feierte er bereits beim Sundance Film Festival. So blieb der hinreißenden Komödie am Ende nur der queere Teddy-Award – obwohl die fast stinknormale Familiengeschichte geradezu beiläufig von lesbischen Müttern erzählt. ... mehr

Das Leben, ein Roman

Der spanische Autor Juan José Millás löst die Grenzen zwischen Fiktion und Realität auf

An dieser Stelle präsentieren wir jeden Monat das Buch des Monats. Zu finden ist dieses dann bei Lehmanns in der Grimmaischen Straße 10, in einem exklusiven und eigens für den kreuzer eingerichteten Regal im Eingangsbereich. ... mehr

Moritz, Hermann und die andern

Fotogalerien zum Moritz von Oswald Trio, Pantha du Prince und Hermann van Veen online

Am Abend des 19. Februar verwandelten das Mortitz von Oswald Trio, Pantha du Prince und Lawrence das komplett ausverkaufte Centraltheater in einen schweißschwangeren Tanzpalast, während Hermann van Veen im ebenfalls ausverkauften Opernhaus seine melancholischen Lieder vor sitzendem Publikum zum Besten gab. Wir haben Fotografen auf beide Veranstaltungen geschickt. ... mehr

Oskar Roehler blamiert sich

Von Top bis Flop: Drei deutsche Filme liefen im Wettbewerb der Berlinale

Drei deutsche Filme haben es in den Wettbewerb der Berlinale geschafft. Das Beste vom Besten, sollte man meinen. Pustekuchen! Zwar ist mit »Der Räuber« eine echte Überraschung dabei und mit »Shahada« ein bewegendes Erstlingswerk, aber daneben auch eine bodenlose Peinlichkeit, die ausgerechnet vom hochgelobten Oskar Roehler stammt: »Jud Süß – Film ohne Gewissen«. ... mehr

Reise in die Solidarität

Leipziger Arbeitslosenchor »La Bohème« singt beim Ökumenischen Kirchentag in München

Mit großer Spannung wurde im letzten Jahr die Gründung des Arbeitslosenchors des Leipziger Chorverbandes erwartet. Werden nicht zu wenige kommen? Weit gefehlt! Energisch haut der musikalische Leiter Dr. Michael Reuter in die Tasten des Klaviers. Die ersten Takte beschwingter Musik erklingen. Der Chor setzt unerhört kräftig ein, Reuter springt auf, dirigiert ausladend, ruft »Jawohl, prima, weiter so!« dazwischen. Doch dann kommt der Chor aus dem Takt, ein wildes Durcheinander entsteht. Aber egal, alle lachen. ... mehr

Endspurt Berlinale

Tickets? Gibt es immer noch! Man muss nur wissen, wie …

Auch in diesem Jahr erwartet die Berlinale mehr als eine Viertelmillion Zuschauer. Warum sollten da nicht auch ein paar Tickets für Spontanbesucher abfallen? Zwar ist der Ansturm auf einige heiß umworbene Filme groß, aber selbst für Wiederholungen von Wettbewerbsbeiträgen sind immer noch Karten zu haben. ... mehr

Macht euren Dreck doch alleine

Eine Tagung stimmt das Lob der Interpassivität an

»Schicken sie uns eine Webcam« – mit dieser wirren Aufforderung unterstützte Sabine Christiansen die Fernsehkampagne, zur Bundestagswahl im Herbst die Zuschauer zu beteiligen. »Mach mit!« lautet die Anrufung unserer Zeit, Interaktivität ist noch immer das Wort der Stunde. Interpassivität hingegen liest sich wie ein schillerndes Schlagwort, das wie eine anmaßende Gegenrede zum interaktiven Zeitgeist klingt. ... mehr

Intuitive Präzision

Der Berliner Elektronik-Dub-Pionier Moritz von Oswald spielt mit seinem Trio im Centraltheater

2009 rückte Techno wieder einmal besonders in den Fokus, feierte das Genre doch relativ offiziös sein 20-jähriges Bestehen. Die Rückblicke und Werkschauen bekannter Szene-Protagonisten boten Nostalgie und Ehrfurcht zugleich. Und dass Techno längst nicht tot ist, wie es nach dem Ende der Love Parade-Ära immer wieder herausposaunt wurde, zeigte nicht zuletzt das viel diskutierte Buch »Lost and Sound« vom heutigen Spiegel-Kulturredakteur Tobias Rapp, das eloquent die Berliner Techno-Szene der Nuller-Jahre dokumentiert. ... mehr

Kuschlige, gepflegte Melancholie

Ein Abend mit dem K&F-Label

Es war lange Zeit schlecht bestellt um den deutschen Folk und Country jenseits von Truck Stop und Tom Astor. In den guten alten Neunzigern und zu Beginn des letzten Jahrzehnts erfreuten sich noch so großartige Bands wie Veranda Music, Fink und Missouri einer gewissen Popularität. Doch seit dem das formidable Hamburger Label xxs-records 2004 seinen Betrieb einstellte und damit ein Grundpfeiler des deutschen Country wegbrach, hat sich schwerlich Ersatz gefunden. ... mehr

»Zombies gegen Hobbits«

Der Herr der Ringe, Regisseur Peter Jackson, über sein Familienporträt »In meinem Himmel«

Er hat dem »Herrn der Ringe« Leben eingehaucht und mit der Trilogie einen modernen Klassiker geschaffen. Der neue Film des neuseeländischen Regisseurs ist wieder eine Buchverfilmung. »In meinem Himmel« ist das etwas kitschig geratene Porträt einer Familie, die nach dem Mord an der ältesten Tochter zu zerbrechen droht. Der Clou an der Geschichte: Sie wird aus der Perspektive des toten Mädchens erzählt und spielt unter anderem in einer Welt zwischen Himmel und Erde. ... mehr

Routinen und Etüden

HGB im Hochbetrieb: Rundgang, Medienkunstschau »boden_los«, Klaviersuche

Eine Kate aus Müll, ein visuelles Stanzeisen und Fotografien als Flüsterpost – auch zum diesjährigen Rundgang wartet die HGB wieder mit originellen Ideen auf, wenn alle vier Diplomstudiengänge Spannendes und Ernüchterndes aus ihrem Schaffen zeigen. ... mehr

Schöner wohnen im Tonelli's

Nach Verkauf muss jetzt auch die Musikkneipe aus dem Kulturbundhaus raus

»Ich habe nichts dagegen, an einen Ort umzuziehen, an dem einem nicht die Toiletten um die Ohren fliegen!« Steffen Bux, Inhaber des Tonelli's steht dem geplanten und trotzdem unfreiwilligen Umzug nicht gänzlich feindlich gegenüber: »Er bietet neue Möglichkeiten – und Tradition entsteht in den Köpfen der Menschen und nicht an einem bestimmten Ort!« ... mehr

Unanstrengende Avantgarde

Christy & Emily spielen im Cineding

Christy & Emily sind in Brooklyn zuhause, wo derzeit offenbar jeder zweite Bewohner in einer Band spielt. Bishop Allen, Vivian Girls und The National seien nur exemplarisch angeführt. Anders als bei diesen, ergibt sich der Popfaktor von Christy & Emily nicht aus festen Song-Strukturen, sondern aus der Lebendigkeit der zahllosen Klang-Sprengsel, die sie zusammenfügen und mit zauberhaftem Gesang komplettieren. ... mehr

Die blasse Enkelin der Sonne

Sophie Rois gibt eine »Medea« mit rauer Kehle

»Wo zur Hölle bin ich hier?« – Medea wird in Korinth nicht häuslich. Das liegt vor allem daran, dass sich Jason von ihr und den Kindern losgesagt hat, um die Königstochter des Stadtstaates zu heiraten und sich beruflich einzurichten. Eine wie Medea aber, Enkelin des Sonnengottes, stark, zauberkundig und unbeugsam, kann das nicht hinnehmen und sinnt auf blutig-tödliche Rache. ... mehr

Die Ästhetik des Einfachen

Aufregend unaufgeregt präsentieren Epic45 ihre Interpretation von Shoegaze

Fast zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung von My Bloody Valentines genredefinierendem Manifest ‚Loveless’ wird die Schublade ‚Shoegaze’ wieder exzessiv auf- und zugeschoben. So durfte sich 2009 fast jede Band mit Vorliebe für Hall, Gitarrenwände oder auch nur den Einsatz von diversen Effekten mit diesem Begriff abstempeln lassen. Unentdeckt und abseits vom Hype um das Auf-die-Schuhe-Starren basteln Epic45 seit 1995 an eigenen Klangflächen. ... mehr

Ein Dealerleben

Mit »Ein Königreich für eine Fußbodenheizung« taucht das Ensemble DramaVision ins Drogenmilieu

Auf Grundlage einer realen Biografie erzählt das Theaterstück »Ein Königreich für eine Fußbodenheizung« die Karriere des Leipziger Drogendealers Tom: von den frühen Kiffererfahrungen über den Aufbau seines Geschäfts als Dealer von Crystalspeed bis hin zur Festnahme. ... mehr

Geburt von Klappmaul, Riesenpuppe und Gliedermann

Sie sind die Stars des Figurentheaters. Wie aber kommen sie auf die Welt? Ein Besuch beim Puppenbauer

Heinrich von Kleist pries in »Über das Marionettentheater« die Möglichkeiten des Figurenspiels: Die Darstellung menschlicher Geschicke mit totem Material sei ein Arbeiten auf hohem Abstraktionslevel, wodurch die allzu menschlichen Konflikte oft besonders deutlich würden. Dafür spricht auch die gestalterische Bandbreite, tote Körper und Objekte zu beseelen, wenn man denn erst mal ein bespielbares Ding, eine Puppe hat. Es muss ja nicht immer Objekttheater sein. ... mehr

»Das derzeitige Finanzvolumen ist für die nachhaltige Arbeit nicht ausreichend«

Verwaltungsdirektor Dr. Volker Ballweg im Interview zu den geplanten Streichungen im Centraltheater

Kein Kruse, kein Nitsch, kein Licht: Centraltheater und Skala müssen in dieser Spielzeit geplante Produktionen streichen bzw. in die nächste verschieben. Im Gespräch mit kreuzer online erklärt Verwaltungsdirektor Dr. Volker Ballweg, warum dies ein notwendiger Schritt war. ... mehr

Virtuelle Mutprobe

Das Schulmuseum zeigt die Schule im Widerstand gegen diktatorische Regime

Wie und wie weit die strategischen Fangarmen der zwei großen deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts in die Bevölkerung eingriffen, zeigt ab Februar eine Ausstellung im Schulmuseum Leipzig. »Gegen den Strom – Schule im Widerstand« ist eine Dokumentation über Schüler und Lehrer, die sich über die Gleichschaltungsmaschinerie sowohl des NS- als auch des DDR-Staatsapparates hinwegsetzten. ... mehr

Frei wie ein Adler

Wegen der großen Nachfrage zeigt die Kinobar nochmal den Dokumentarfilm zum mitreißenden Leipziger Tanztheaterprojekt »U can’t touch this«

Eigentlich wollte Mark Michel nur ein paar Videoaufnahmen von den Proben machen. Vor gut einem Jahr hatten sich Körperbehinderte und Nichtbehinderte für das Leipziger Tanztheaterprojekt »U can’t touch this« im soziokulturellen Zentrum Die Villa versammelt. ... mehr

»Aber irgendwie war´s schon HipHop«

Der Leipziger Produzent DJ Opossum über die DDR, seine Gemeinsamkeiten mit Grandmaster Flash und darüber, was er Joachim Fuchsberger verdankt.

Das Haus Steinstraße hat unter dem Titel »Soundtrack zur Freiheit« ein ungewöhnliches Projekt zur DDR-Geschichte aufgelegt. Statt in Geschichtsbüchern zu lesen, können Jugendliche Zeitzeugen treffen und sich von denen erzählen lassen, wie es war, in der DDR Teil einer Subkultur zu sein. Neben Conny Remath, die auch das Buch »Haare auf Krawall« schrieb, ist auch DJ Opossum mit von der Partie. Grund genug, sich mit an einen Tisch zu setzen und über alte Zeiten zu reden. ... mehr

Besuch bei Maradona

Die Argentinischen Filmtage gehen in die vierte Runde

Deutschlands größtes argentinisches Filmfestival öffnet seine Tore. Vom 29. Januar bis zum 7. Februar zeigt der Leipziger Sudaca e.V. unterstützt vom Instituto Nacional de Cine y Artes Audiovisuales in Buenos Aires insgesamt 35 Spiel- und Dokumentarfilme. Fünf Trailer geben einen Vorgeschmack. ... mehr

Es lebe der Band-Battle

Beim Coverabend im Ilses Erika interpretieren Leipziger Bands Blur vs. Oasis

Was in 60er und 70er Jahren die fast schon religiöse Frage »Beatles oder Stones?« darstellte, war in den 90ern die Entscheidung zwischen Oasis und Blur. Die Konkurrenz der Speerspitzen des Britpop erreichte ihren Zenit 1995, als beide am selben Tag eine neue Single veröffentlichten. Von den Medien zum »Battle of the Bands« aufgebauscht, wurde das Ergebnis sogar in den »Evening News« verkündet. ... mehr

Hugh Grant kommt zu uns!

Das Ensemble Weltkritik schaut freudvoll auf 2010

Wenn Bettina Prokert und Maxim Hofmann, alias Ensemble Weltkritik, nicht in Leipzig auftreten, touren sie mit pädagogischem Auftrag durch die Provinz. Soeben haben sie den Kabarettpreis der Stadt Hof gewonnen. Dem kreuzer erklärt das Satire-Duo, was das Jahr 2010 bringen wird. ... mehr

Musizieren für Haiti

Benefizkonzert für Haitis Erdbebenopfer in der Thomaskirche

Am 2. Februar 2010 wird in der Thomaskirche ein Benefizkonzert veranstaltet, dessen Erlös den Opern des Erdbebens in der Nähe der Hauptstadt Haitis Port-au-Prince zugute kommt. ... mehr

»Ist G-Dur ein aktueller Akkord?«

Sven Regener über Weiterentwicklung, faule Äpfel und Seemannsromatik

Mittwochnachmittag. Irgendwo in Berlin sitzt Sven Regener zu Hause und geht ans Telefon. Man duzt sich, weil das hier ja schließlich Rock ist, wie er selber sagt. Um sich später darauf zu einigen, dass wohl kein Leipziger je in Auerbachs Keller geht. Und über Musik zu reden. ... mehr

Ausbruch aus der Streichholzschachtelwelt

outside the box ist ein neues feministisch-sozialkritisches Magazin aus Leipzig

»Brauchste Feuer, Püppie?« – Warum in aller Welt gibt man noch 2009 eine »Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik« heraus? »Das kommt doch Jahrzehnte zu spät«, ruft die F-Klasse. Und dann ist die erste Nummer auch noch dem Thema Emanzipation gewidmet. »Langweilig, emanzipiert sind wir schon«, zicken die Alphamädchen. Vielleicht ist eine solche Zurückweisung vorschnell, wagen wir also die Lektüre. ... mehr

Das Missverständnis vom Kuschelsex

Segelfliegen mit Air live. Und was an dieser Band immer noch so besonders ist

Ach, Air. Über das französische Duo ist schon so viel geschrieben worden. Dass sie mit harmonischen Melodien verzaubern, beispielsweise. Oder, dass sie klingen wie Segelfliegen und romantischer Kuschelsex. Oder beides zugleich. Aber auch, dass sie mit ihrem Debüt »Moon Safari« eine Anspruchshaltung an die folgenden Alben provozierten, die sie nie befriedigen konnten. All das ist irgendwie wahr und trotzdem Quatsch. ... mehr

Gemeinsame Wege am Connewitzer Kreuz

In der Kulturfabrik Leipzig bündeln die Vereine auf dem Werk II-Gelände ihr Kräfte

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört. Mit Jahresbeginn haben sich die Cammerspiele Connewitz, die Frauenkultur, die Halle 5 und das Werk II zur »Kulturfabrik« zusammengeschlossen. Damit wollen die Kulturmacher auf dem Gelände der ehemaligen VEB Werkstoffprüfmaschinen zwischen Connewitzer Kreuz und Windscheidstraße ihre zahlreichen Aktivitäten unter einer gemeinsamen Dachmarke präsentieren: der Kulturfabrik Leipzig. ... mehr

»Wir waren nicht bekifft«

Die Filmemacher und Brüder Joel und Ethan Coen über jüdische Einflüsse und ihre Komödie »A Serious Man«

Für »Fargo« kassierten sie ihren ersten Oscar. Seit »The Big Lebowski« sind ihre Filme Kult: »O Brother, Where Art Thou?«, »The Man Who Wasn’t There«, »Ladykillers«, »Burn After Reading« ... Für »No Country for Old Men« heimsten die Brüder Ethan und Joel Coen gleich drei Academy Awards ein. Nun folgt mit »A Serious Man« ihre bislang wohl schwärzeste Komödie über einen Mann, der das Pech gepachtet zu haben scheint. ... mehr

Publikum im Knast

In der Inszenierung »PNPTCN 1214« lernen die Insassen, sich unterzuordnen

Wenn man sich in die Hände anderer Menschen begibt, dann hat man entweder Vertrauen zu ihnen oder ist ihnen wehrlos ausgeliefert. Warum sollte man aber ins Theater gehen, um sich von Leuten in Verkleidung Befehle erteilen zu lassen und diesen dann auch noch Folge leisten? »PNPTCN 1214« vom Leipziger Intermedia Orkestra verlangte genau das. ... mehr

Showdown auf der Felsenbühne Centraltheater

Karl May urkomisch: Rainald Grebe führt den Prahlhans aus Sachsen vor

Dass Karl May seine zu Klassikern gewordenen Geschichten um den »roten Gentleman« Winnetou einst als Reiseromane ausgab, ist bekannt. Also muss man den Karl so ernst nicht nehmen, dachte sich Rainald Grebe und bringt eine absurde Version von »Winnetou I« auf die Bühne. ... mehr

Ganz schön 90er

Fotogalerie zum Archive-Konzert online

Gestern Abend war das britische Bandkollektiv Archive zu Gast in der ausverkauften Schaubühne Lindenfels. Deren Melange aus TripHop, Ambient und Rock war zwar ein wenig 90er, aber alles in allem doch sehr hörens- und sehenswert. Ganze 9 Musiker boten ein Spektakel aus rauchnebelschwadigen Beats, repetitiven Rhodessounds, ambieten Synthesizerflächen, feisten Gitarrenbrettern und eskapistischem Gesang mit sporadischen Rapparts. ... mehr

Lost in Sound and Transportation

Fotogalerie zum Raz Ohara-Konzert online

Gestern Abend fanden sich in der Skala nicht nur Raz Ohara und sein Odd Orchestra, sondern auch der Journalist und Autor Tobias Rapp ein, der den Abend mit einer Lesung aus seinem Buch »Lost and Sound« eröffnen sollte. Die geplante anschließende Diskussion fiel weg, da Rapps Zugreise zweieinhalb Stunden länger dauerte als vorgesehen, aber dafür gab es eine kurze, anfangs etwas holprige, später dann wesentlich geschmeidigere Buchvorstellung mit kleinen Anekdoten und Erläuterungen des Autors. ... mehr

Selbstbestimmung in der Nische

Claus Lösers Dokumentarfilm »Behauptung des Raums« zeigt das alternative Kunstschaffen der DDR

Künstler in der DDR hatten zwei Optionen: Entweder sie passten sich an, oder sie bewahrten sich Individualität und Eigenart und kamen dafür in den Ruch von als dekadent gebrandmarkter Unkultur. Konformität und Angepasstheit wurden oft genug mit einem sicheren Einkommen belohnt, Individualität als Aufbegehren gegen die Staatsmacht ausgelegt. ... mehr

Kunstwissenschafter Klaus Werner verstorben

Der Tod Klaus Werners hinterlässt eine Lücke in Leipzigs Kunstwelt

Prof. Dr. Klaus Werner stand für den Widerstand im durch Zensur beschnittenen Kulturschaffen der DDR und setzte sich als Referent des Ministeriums für Kultur für Künstler ein, die sich nicht dem Diktat der DDR unterwerfen wollten. Aufgrund seines couragierten Handels erfuhr er immer wieder die harten Maßnahmen der DDR-Regierung, wurde häufig entlassen und büßte Ansehen und gute Reputation ein. Nun ist Klaus Werner nach langer Krankheit im Alter von 69 Jahren gestorben. ... mehr

Verliere dich selbst!

Beim Feel Good Lost Festival weisen vier Bands den Weg

Das Gefühl, verloren zu sein. Nicht zu wissen, wo man ist oder war und schon gar nicht, wo das alles hinführen soll. Ein ungeleitetes Rennen durch eine verwirrende Welt, das man scheinbar nicht gewinnen kann. Aber kein Grund zur Panik. Denn es gibt diese Bands da draußen, die einem beruhigend den Arm um die Schulter legen und dorthin zeigen, wo noch Licht hinter einem Fenster brennt, wo man genau richtig kommt, um mit anderen Verwirrten der Lebenslage in ihr geschminktes Gesicht zu lachen. ... mehr

Das U.F.O. startet!

Seit 2005 startet in Leipzig alljährlich ein UFO der besonderen Art. Am 15.01.2010 ist es wieder soweit.

»U.F.O.« steht hierbei für »Unbekannte Film Objekte«. Und um genau diese soll es im Rahmen des Kurzfilmfestivals gehen, das jährlich von einem wechselnden Organisationsteam aus HTWK-Studenten als Seminararbeit organisiert wird. Erklärtes Ziel der Veranstalter ist auch in diesem Jahr, Nachwuchstalenten der Filmbranche die Möglichkeit zu geben, ihre Werke auf einer »richtigen« Leinwand und in aller Öffentlichkeit zu präsentieren. ... mehr

Metrosex im Village

Bildergalerie vom Neujahrssingen 2010 online

Pünktlich zum Jahresanfang ging im Werk II das Neujahrssingen der Gastronomen über die Bühne. Mehr als 1000 Gäste feierten die singenden Kneiper. Als Nachfolger des legendären Moderators Paul Fröhlich hatte Produzentin Maike Beilschmidt die Entertainer Andrea Höhn und Stefan Ebeling ins Rennen geschickt. ... mehr

Turbulente Stille

Raz Ohara & The Odd Orchestra spielen live in der Skala

Gitarre, Gesang und Elektronik – vor einigen Jahren wäre dies mit dem Indietronics-Stempel versehen worden. Dass der Entwurf des elektronisch begleiteten Singer/Songwriters auch ohne die beinahe obligatorische Lo-Fi-Niedlichkeit auskommen kann, zeigte Raz Ohara mit seinem unbetitelten Album vor genau zwei Jahren. Es war die Überraschung des vorletzten Winters, und zwar nicht nur, weil sich an einer etablierten Schnittstelle mit ungeahnter Perfektion ausprobiert wurde. ... mehr

Enthusiasmus ist alles

Adam Zagajewskis »Verteidigung der Leidenschaft« ist eine Hommage an die Poesie und die chaotische Lektüre

An dieser Stelle präsentieren wir ab sofort jeden Monat das Buch des Monats. Zu finden ist dieses dann bei Lehmanns in der Grimmaischen Straße 10, in einem exklusiven und eigens für den kreuzer eingerichteten Regal im Eingangsbereich. ... mehr

Die neue Einfachheit

Archive suchen den ganz großen Popsong. Und werden fündig

Das Thema Kontrolle gibt viel hier. So viel, dass die britische Band Archive aus einer anfänglichen EP nach und nach zwei Longplayer zusammenstellte, die beide 2009 veröffentlicht wurden. Auf »Controlling Crowds Part I-III« und »Controlling Crowds Part IV« haben sie sich einer aussterbenden Gattung gewidmet: dem Themenalbum. ... mehr

Literatur mit großem L

Der US-amerikanische Autor Olen Steinhauer schreibt Spionageromane, freut sich auf eine Begegnung mit George Clooney und weilt derzeit als Picador-Gastprofessor in Leipzig

Der Spionageroman hat sich als flexibles Genre erwiesen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg erschienen in Großbritannien Geschichten, die von einer schematisierten Freund-Feind-Logik lebten, und letztlich hat auch der James-Bond-Erfinder Ian Fleming nichts anderes getan, als eine Welt in Schwarz und Weiß zu zeichnen. Dass es möglich ist, die Agententhriller vielschichtiger zu gestalten, ist ebenfalls immer wieder unter Beweis gestellt worden, von Graham Greene beispielsweise oder von John le Carré. Und auch von Olen Steinhauer. ... mehr

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